miniKatz - Überlebenshilfe für Kätzchen unter vier Wochen.

Überlebenshilfe für Katzenbabys unter vier Wochen

Neugeborene bzw. noch sehr kleine Kätzchen sind ohne Mutter nicht überlebensfähig. Sie brauchen deshalb dringend deine Hilfe und besonders intensive Pflege.

Ich habe dir hier die 6 entscheidenden Faktoren für das Überleben der Kleinen zusammengefasst.

Wenn du noch keine Erfahrung in der Pflege von so ganz kleinen Kätzchen hast, bringe das Kleine bitte schnellstmöglich in kompetente Hände! Je kleiner das Baby ist, umso wichtiger ist es, nicht selber herumzuprobieren, sondern gleich das Richtige zu tun und das Kätzchen zu einem erfahrenen Katzenpäppler zu bringen!

Wende dich an dein Tierheim, den Tierarzt, deinen Tierschutzverein oder eine Tierrettung!

Überlebenshilfe für mutterlose Katzenbabys unter vier Wochen

Die 6 entscheidenden Faktoren


#1: Wärme

Kleine Kätzchen können sich noch nicht selbst warm halten, auch im Hochsommer nicht – und erst recht nicht bei kühlem Frühlings- oder Herbstwetter. Deshalb musst du stets für ausreichend Wärme sorgen!

Ausgekühlte Katzenbabys verlieren unter anderem ihren Schluckreflex und dürfen deshalb erst nach dem Aufwärmen gefüttert werden. Es besteht sonst die große Gefahr, dass sie Milch einatmen, was eine meist tödliche Lungenentzündung zur Folge hat.

Du kannst zum Aufwärmen und Warmhalten ein Heizkissen verwenden (höchstens Stufe 1, Vorsicht bei Feuchtigkeit durch Urin) oder eine Wärmflasche (siehe Zubehör-Liste) mit heißem Wasser füllen und diese mit einem Duschtuch umwickeln.

Ganz wichtig ist, dass es den Babys nicht zu heiß wird und dass sie jederzeit die Möglichkeit haben, von der Wärmequelle wegzukriechen.

Sehr sicher für die Katzenbabys und auch total bequem in der Handhabung ist das „Snuggle Safe“-Heizkissen, das du im guten Zoofachhandel oder online erwerben kannst. (siehe Zubehör-Liste)

Ich habe diese Wärmekissen schon länger im Einsatz und möchte sie nicht mehr missen! Dieses Heizkissen lässt sich in Minutenschnelle in der Mikrowelle aufwärmen und hält die Wärme dann konstant über viele Stunden hinweg!

Abends frisch aufgewärmt ins Bettchen gelegt, erspart dir das Snuggle Safe das nächtliche Nachfüllen der Wärmflasche – es hält die Katzenbabys zuverlässig warm bis zum nächsten Morgen.

Was brauche ich für die Pflege eines Katzenbabys im Alter bis vier Wochen?

#2: Nahrung

So kleine Katzenbabys brauchen regelmäßig alle 2-3 Stunden Nahrung – auch in der Nacht!

Besonders wichtig für das Gedeihen der kleinen Kätzchen ist die richtige Aufzuchtmilch.

Keinesfalls Kuhmilch oder die in Plastikflaschen oder Tetrapacks erhältliche fertige „Katzenmilch“ verwenden!

Aufzuchtmilch für Katzenbabys gibt es in Pulverform zum Anrühren und du findest sie in Zoohandlungen, online oder auch direkt beim Tierarzt.

Ich füttere die Kitten-Aufzuchtmilch von Royal Canin (siehe Zubehör-Liste). Sie ist sehr gut verträglich, wird gern angenommen und enthält absolut alles, was die Kleinen zum Wachsen und Gedeihen brauchen! Sie klumpt auch nicht beim Anrühren.

In der Dose ist außerdem ein Fläschchen enthalten sowie mehrere bereits gelochte Sauger und natürlich ein Messlöffel zum genauen Dosierung des Milchpulvers.

Ob das Baby genug Nahrung bekommt und gut gedeiht, solltest du am besten täglich mit einer Waage kontrollieren. Eine Briefwaage oder Küchenwaage (mit Zuwiegefunktion) wird diesen Zweck erfüllen. (siehe Zubehör-Liste)

Das Kätzchen sollte jeden Tag ca. 8-12 Gramm an Gewicht zunehmen! Dass das Gewicht stagniert oder die Zunahme etwas geringer ausfällt, kann ausnahmsweise schon mal vorkommen (bitte im Auge behalten!), aber abnehmen dürfen die Kleinen nicht.

Bei Gewichtsverlust oder tagelanger Stagnation bzw. nur ganz geringer Zunahme ist eine Fahrt zum Tierarzt angesagt!

Die folgende Tabelle ist ein ungefährer Anhaltspunkt für dich. Du wirst bald ein Gespür dafür bekommen, was das Kätzchen braucht! Wenn das Katzenbaby z.B. weniger als die angegebene Menge trinkt, dann musst du evtl. öfter füttern.

Alter Gewicht Trinkmenge (pro Fütterung)
0-1 Woche 50-150 Gramm 2-6 ml (alle 2 Std.)
1-2 Wochen 150-250 Gramm 6-10 ml (alle 2-3 Std.)
2-3 Wochen 250-350 Gramm 10-14 ml (alle 3-4 Std.)
3-4 Wochen 350-450 Gramm 14-18 ml (alle 4-5 Std.)
Was brauche ich für die Pflege von Katzenbabys?

#3: Körperpflege

Kleine Katzenbabys können sich noch nicht selbst sauber halten und brauchen deshalb deine Unterstützung.

Nach dem Füttern solltest du das Schnäuzchen vorsichtig mit einem weichen Tuch wieder säubern.

Hat sich das Baby mit Durchfall verschmiert oder bepinkelt, kannst du zur Reinigung ein (Menschen-)Babypflegetuch (ohne Öl und unparfümiert! – siehe Zubehör-Liste) benutzen.

Sollte das nicht ausreichen, muss unter Umständen mit warmem Wasser vorsichtig gewaschen werden, etwas Babybad oder -shampoo (siehe Zubehör-Liste) kann dem Badewasser zugesetzt werden.

Achtung! Kätzchen mit feuchtem Fell kühlen rasch aus, deshalb bitte gut warm halten und wirklich nur dann baden, wenn es nicht anders geht! Vorsichtiges Föhnen ist möglich, aber bitte darauf achten, dass es nicht zu heiß wird!

#4: Toilettenhilfe

Bei Kätzchen im Alter bis ca. drei, vier Wochen übernimmt es normalerweise die Katzenmutter, die Babys zum Pinkeln und zum Absetzen von Kot zu bewegen.

Da du jetzt die Pflegemama bist, ist das nun deine Aufgabe, denn die Kleinen können es noch nicht allein!

Am besten legst du dir das Baby nach jedem Füttern in die eine Hand (oder auf den Schoß) und mit der anderen Hand massierst du mit einem weichen Kosmetiktuch oder einem (Menschen-)Babypflegetuch (ohne Öl und unparfümiert! – siehe Zubehör-Liste) sanft das Bäuchlein und die Analregion des Kätzchens.

Es wird dann recht bald pinkeln und du musst es gründlich wieder trocken tupfen.

Ungefähr ein- bis zweimal am Tag sollte das Baby dabei auch Kot absetzen. Der Kot ist durch die Aufzuchtmilch meist gelb bis hellbraun, gut geformt und stinkt nicht.

Bei schwarzen oder grünlichen Verfärbungen, üblem Geruch oder Durchfall (bzw. auch bei Verstopfung!) solltest du das Kätzchen dem Tierarzt vorstellen.

miniKatz - Pflege von Babykätzchen bis zum Alter von vier Wochen

#5: Geborgenheit

Geborgenheit ist für das Gedeihen von Babykätzchen immens wichtig!

Damit sich die Kleinen nicht verloren fühlen und auch damit sie vor Unfällen sicher sind, sollten sie in einem hohen Korb, einem festen Karton oder einer Katzentransportbox ein gemütliches Nest mit weichen Decken (siehe Zubehör-Liste) bekommen. (Bitte keine Frotteehandtücher nehmen – die Kleinen können ihre Krallen noch nicht einziehen und bleiben deshalb in den Schlingen hängen.)

Einzeln aufgefundene Kätzchen, die keine Geschwister zum Kuscheln haben, freuen sich über ein weiches Stofftier zum Anlehnen im Nest. Es gibt inzwischen sogar extra Kuscheltiere mit Herzschlag. (siehe Zubehör-Liste)

Sanftes Bürsten mit einer Zahnbürste tut dem Kreislauf der Kätzchen gut und fühlt sich ähnlich an wie das Lecken der Katzenmutter. Auch zärtliches Kraulen und warmen Körperkontakt genießen die Kleinen.

Wenn die Kätzchen anfangen, etwas wacher zu werden und ihre Umgebung zu erforschen, brauchen sie einen sicheren Auslauf.

Sie dürfen in diesem Alter noch nicht allein im Zimmer umherkrabbeln, Unfälle sind sonst vorprogrammiert! Wenn sie sich zu weit von ihrem Nest entfernen, finden sie auch nicht wieder zurück.

Am besten geeignet als „Laufstall“ für kleine Kätzchen ist ein großer Kaninchenkäfig oder ein Play Pen (siehe Zubehör-Liste).

Beides kannst du gut einrichten – mit einem warmen Nest aus Decken auf der einen Seite und auf der anderen Seite einer Klo-Ecke (flache Schale mit Katzenstreu auf Welpen-Pads (siehe Zubehör-Liste), die die Kleinen ab dem Alter von drei, vier Wochen erstmals aufsuchen werden.

Was brauche ich für die Pflege von Katzenbabys?

#6: Schlaf

So kleine Katzenbabys schlafen fast rund um die Uhr. Insbesondere in den ersten Wochen tun sie nichts anderes als schlafen und saugen (und die verdaute Milch wieder loswerden!).

Babykatzen wachsen und entwickeln sich während der Schlafphasen – und deshalb ist die Qualität des Schlafs so ungeheuer wichtig für sie!

Voraussetzung für einen gesunden Schlaf sind die oben genannten Punkte: Wärme, ein sattes Bäuchlein, Körperpflege, Toilettenhilfe und Geborgenheit.

Genauso wichtig ist aber, sie nicht unnötig aus dem Nest zu nehmen, so niedlich die Kleinen auch sind und so gern man sie auch knuddeln möchte.

Gerade die Tiefschlafphasen, in denen die Kleinen im Schlaf zucken und ganz offensichtlich träumen, sind entscheidend für eine gesunde Entwicklung und sollten möglichst nicht gestört werden!


Zusammenfassung:

Katzenbabys brauchen Wärme, Nahrung, Körperpflege, Toilettenhilfe, Geborgenheit und Schlaf!
Wenn du den Kleinen diese 6 Grundbedürfnisse erfüllst, dann kannst du Leben retten!

Falls du noch keine Erfahrung in der Versorgung von so ganz kleinen Kätzchen hast, bringe das Baby bitte schnellstmöglich zu einem erfahrenen Katzenpäppler!

Wende dich an dein Tierheim, einen Tierarzt, deinen Tierschutzverein oder die Tierrettung!

 

Herzliche Grüße!

Saly von miniKatz

P.S. Und wie immer gilt: Gerne darf dieser Artikel geteilt werden, damit Menschen dazulernen können und erfahren, was nötig ist, um einem Katzen-Findelkind das Leben zu retten. Danke!

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