Erste Hilfe bei Fundkätzchen

miniKatz - Erste Hilfe bei Fundkätzchen

Ein Hinweis vorab:

Niemand kümmert sich besser um Katzenbabys als eine Katzenmutter!
Ich gehe davon aus, dass aus der Auffindesituation ersichtlich war, dass das Baby keine Mutter mehr hat.
Wenn es Zeit und Situation erlauben, bitte im Zweifelsfall erst eine Weile aus sicherem Abstand beobachten, ob die Mutter zurückkommt.

Das Allerwichtigste zur Rettung des Fundkätzchens hast du auf jeden Fall schon getan: Du hast nicht einfach weggesehen, sondern die Not des Kätzchens hat dich berührt und dazu bewegt, ihm zu helfen. – DANKE!

Erste Hilfe bei Fundkätzchen

– Was das Kätzchen jetzt braucht –

Wärme

Dein Findelkind braucht zunächst einmal Wärme – auch im Hochsommer! Am besten legst du es in einem Korb oder Karton auf ein Heizkissen (Stufe 1) oder auf eine mit einem Handtuch umwickelte Wärmeflasche.

Achte aber bitte darauf, dass es nicht zu heiß für das Kätzchen wird und dass es jederzeit von der Wärmequelle wegkriechen kann!

Erster Zustands-Check

Ist das Kätzchen verletzt oder krank? Wenn das Kätzchen blutet oder sich nur ganz schwach bewegt und wenn es sich kalt anfühlt, bring es bitte umgehend zu einem Tierarzt!

Auch bei eitrigem Ausfluss aus Nase und/oder Augen, bei röchelnden Atemgeräuschen oder bei Durchfall ist baldige medizinische Hilfe nötig.

Ist kein Tierarzt zu erreichen, wende dich bitte an das nächstgelegene Tierheim oder an eine Tierrettung.

Altersbestimmung

Wenn kein akuter Notfall vorliegt, der sofortige tierärztliche Hilfe erfordert, ist es zunächst einmal sehr wichtig, das ungefähre Alter deines Kätzchens zu ermitteln – denn davon hängt die weitere Versorgung ab.

 

  • Kätzchen ist älter als vier Wochen

Bei Kätzchen in diesem Alter stehen die Chancen für das Kleine schon relativ gut!

Erste Maßnahmen bei Katzenbabys von vier Wochen oder älter:

Du kannst schon zerdrücktes oder püriertes Katzenfutter-Nassfutter anbieten, zum Trinken reicht Wasser völlig aus.

Bitte gib dem Kätzchen keinesfalls Kuhmilch zu trinken!
Auch verdünnte Kondensmilch oder die im Supermarkt erhältliche „Katzenmilch“ ist für Babys völlig ungeeignet.

Untersuche das Kleine auf Ungeziefer und entferne Zecken bitte mit einer Zeckenzange. Bei einem Befall mit Ohrmilben und/oder Flöhen bitte beim Tierarzt wegen der richtigen Behandlung um Rat fragen.

KEIN Spot-On benutzen und bei Ungezieferbefall und dem kleinsten Verdacht auf eine ansteckende Krankheit natürlich unbedingt von deinen eigenen Tieren getrennt halten.

 

  • Kätzchen ist jünger als vier Wochen

Die Versorgung von so kleinen Babys ist etwas kniffliger – je kleiner das Katzenbaby, umso schneller solltest du es in kompetente Hände geben!
Wende dich ans Tierheim, einen Tierarzt, deinen Tierschutzverein oder eine Tierrettung.

Erste Maßnahmen bei Katzenbabys unter vier Wochen (bis du es in erfahrende Hände abgeben kannst):

Unbedingt warm halten (siehe oben) und schnellstmöglich Aufzuchtmilch besorgen! (Pulver zum Anrühren, keinesfalls die in Flaschen oder Tetrapacks erhältliche, fertige „Katzenmilch“.)

In Tiermärkten findest du Aufzuchtmilch für Katzen und du bekommst dort auch die passenden Fläschchen. Außerhalb der Öffnungszeiten wende dich bitte an den Tierarzt oder das Tierheim/den Tierschutzverein.

Im Notfall Erstversorgung mit etwas warmem Tee (~ 30°C, Fenchel oder Kamille), dem ein bisschen Traubenzucker zugefügt ist.

Da vermutlich kein Fläschchen vorhanden ist, geht erst mal auch das vorsichtige und geduldige Eintropfen mit einer Einwegspritze (natürlich ohne Nadel).

Das Baby muss bei der Fütterung warm sein (sonst möglicherweise kein Schluckreflex) und du darfst es keinesfalls auf dem Rücken liegend füttern.

Dabei kann es sich verschlucken, was bei Katzenbabys rasch zu einer tödlichen Lungenentzündung führen kann! Das Kätzchen sollte beim Füttern immer auf dem Bauch liegen oder du hältst es aufrecht in der Hand.

 Wichtig!

Je kleiner das Findelkind ist, umso kniffliger und zeitaufwendiger wird die Pflege.

So kleine Kätzchen müssen rund um die Uhr (auch in der Nacht!) versorgt werden. Sie brauchen alle 2-3 Stunden Nahrung und angemessene Körperpflege (dazu gehört bis zum Alter von ca. vier Wochen auch das Ausmassieren von Blase und Darm).

Scheue dich bitte nicht, deinen Tierschutzverein, das Tierheim oder auch einen Tierarzt in deiner Nähe um Hilfe zu bitten, wenn du selbst keine Erfahrung in dieser intensiven Pflege hast!

Dort gibt es besimmt Pflegestellen, die Erfahrung in der Versorgung von solchen Winzlingen haben und auch die nötige Zeit aufwenden können.

Möglicherweise ist auch gerade eine Katzen-Amme verfügbar, die sich um die Katzenbabys kümmern kann – das wäre natürlich am besten für die Waisenkinder!

Ich wünsche dir und deinem Findelkind von Herzen alles, alles Gute!

Herzliche Grüße!

Saly von miniKatz

P.S. Es wäre prima, wenn du diesen Artikel teilen würdest, damit noch mehr Menschen erfahren, wie sie einem aufgefundenen Kätzchen helfen und sein Leben retten können. Danke!

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